
Die Erstinfektion mit dem Herpesvirus erfolgt meist schon in ganz jungen Jahren, wenn das Kind in Kontakt mit infiziertem Speichel oder Bläschenflüssigkeit kommt. Die Übertragung erfolgt üblicherweise über die Eltern oder andere Kinder mit einem akuten Herpesausbruch.
In einer Vielzahl der Fälle kann diese Erstinfektion unbemerkt und ohne jede Krankheitszeichen ablaufen, kann sich aber auch durch schmerzhafte Bläschen in der Mundschleimhaut (der sogenannten Mundfäule) zeigen.
Die Betroffenen leiden im Allgemeinen ca. drei bis vier mal im Jahr unter einem Herpesausbruch, der in der Regel innerhalb von sieben bis zwölf Tagen abheilen sollte.
Obwohl das Immunsystem gesunder Menschen normalerweise schnell Antikörper gegen die Herpesviren bildet, werden sie, anders als bei anderen Viruserkrankungen, nicht von den körpereigenen Abwehrkräften zerstört, sondern verbleiben im Körper.
Das Virus zieht sich in tiefer gelegene Nervenstrukturen (Ganglien oder Nervenknoten) zurück, die als lebenslanges Erregerreservoir dienen, und ist dann weder auf der Haut noch auf den Schleimhäuten nachweisbar.
Aus diesem Grund kann aus dem Ruhestatus auch eine Reaktivierung des Virus auftreten, was zu einem erneuten sicht- und fühlbaren Ausbruch des Lippenherpes führt.
Wie genau die Viren aktiviert werden, ist bis heute noch nicht hinreichend bekannt. Es gibt aber eine Vielzahl von Auslösern, sogenannten Triggern, die zu einer erneuten Aktivierung des Virus und den typischen Herpesbläschen führen.

