Kann man mit Lippenherpes Sport treiben?
Im Prinzip spricht nichts gegen eine sportliche Betätigung im gewohnten Maß. Sehr intensives Training kann allerdings die Dauer einer Herpes-Episode verlängern, ebenso wie extreme Einzelaktivitäten, bei denen das Immunsystem beansprucht wird. Gerade beim Sport ist es hilfreich, die betroffene Stelle mit einem speziellen Pflaster abzudecken. So fällt der Herpes nicht nur weniger auf, sondern auch der Kontakt mit den ansteckenden Herpesbläschen und das Risiko einer Übertragung werden reduziert. Die Klebkraft des Pflasters ist so optimiert, dass es sogar auf relativ feuchten Oberflächen haftet und sich auch bei vermehrtem Schwitzen im Gesicht nicht löst – solange das Pflaster zuvor auf trockene, cremefreie Haut aufgetragen wurde.
Gerade bei einem Skiurlaub sollten Patches sicherheitshalber immer in der Reiseapotheke von Herpes-Betroffenen dabei sein. Die durchsichtigen Pflaster sind allerdings durchlässig für UV-Licht. Will man verhindern, dass Herpes fördernde starke UV-Strahlung auf die Wunde trifft, empfiehlt es sich, das Pflaster mit pigmenthaltigem Make-up oder einem Sunblocker zu „überstreichen“. Wer ganz sicher gehen will, nimmt noch ein oder zwei Ersatzpflaster mit auf die Piste. Viel Spaß!



In Anbetracht der Tatsache, dass im Zusammenhang mit Sport immer wieder Todesfälle mit Herpes-Infektionen in Verbindung gebracht werden – wie im vergangenen Jahr der des Leichtathleten Rene Herms – finde ich die Behauptung, Training und Herpes gingen im Prinzip gut zusammen, leichtfertig. Der Herpes als solcher stellt sicherlich im Regelfall keine große Gefahr dar. Aber er deutet häufig auf einen Infekt im Körper hin. Und es wird immer wieder davor gewarnt, zum Sport zu gehen, wenn man nicht ganz gesund ist. Im schlimmsten Fall – wie bei Harms – kann eine Herpesinfektion offensichtlich sogar eine schwer zu diagnostizierende Herzmuskelentzündung auslösen. Keine häufigen Fälle, schon klar. Aber ich fände es sinnvoll, in diesem Blog differenzierter darüber zu berichten.
Hallo Claudia,
ganz klar, Herpes darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Worauf im Blog ausdrücklich hingewiesen wurde: kein „harter“ Sport, der mit Anstrengung verbunden ist- so wie dies bei einem Leistungssportler wie Rene Herms, den du angesprochen hast, eben offensichtlich war. Wobei andererseits ein Lippenherpes kein Grund ist, einen Skiurlaub abzubrechen oder auf die gewohnte Nordic-Walking-Runde zu verzichten. Als Faustregel gilt: der Körper sollte nicht belastet werden. „Erholsamer“ Sport mit leichter Bewegung ist dagegen durchaus förderlich. Auch wenn beides unter den Begriff „Sport“ fällt, muss man, da geben wir dir vollkommen recht, sorgfältig differenzieren. Vielen Dank für deinen Hinweis, durch den dies hoffentlich noch deutlicher betont wurde!