
Ein Gel ist ein gelatineartiges Kolloid und enthält im Gegensatz zu einer Creme kein Öl oder Fett. Abgesehen von Gelen mit stark wirksamen Virustatika, die nur auf Rezept erhältlich sind, gibt es verschiedene Konzepte, die als Gel frei verkauft werden. Also: unbedingt genau auf die Inhaltsstoffe achten!
Zu einer eigentlichen Herpesbehandlung ist ein Gel mit dem Wirkstoff Zinksulfat wie z.B. Virudermin® geeignet, das beim ersten Anzeichen eines Brennens oder einem Juckreiz aufgetragen werden muss. Zinksulfat hemmt das Eindringen der Herpesviren in Hautzellen. Gleichzeitig werden die Bläschen ausgetrocknet und so die Wundheilung gefördert. Allerdings wird der Einsatz nur in der Frühphase eines Ausbruchs empfohlen. Ebenfalls austrocknend wirken Gele mit hochkonzentrierter Kieselerde, die auch im Reformhaus und in Drogerien erhältlich sind (z. B. Silicium Gel SOS Lippenherpes-Gel). Allerdings bleibt häufig eine unschöne sichtbare Gelkruste auf der Auftragstelle zurück.
Herpesgele, die Jod oder Antibiotika enthalten (z.B. Tyrosur®), bekämpfen nicht die Herpesviren, sondern eine bakterielle Superinfektion der geschädigten Haut, die häufig durch Kratzen auftritt. Gele mit Schmerz lindernden Inhaltsstoffen wie Dynexan® sind vor allem dann angebracht, wenn die Mundschleimhaut betroffen ist und Essen und Trinken schmerzen. Sie betäuben allerdings nur die Schleimhaut und haben keinen Einfluss auf die Heilung der Infektion.

